Referendariat
Die Lehrprobe: Ablauf und Zeiteinteilung
Wie eine Lehrprobe abläuft, wie Sie die Zeit einteilen, die Struktur sichtbar machen und was Sie am Tag davor noch vorbereiten sollten.
Der schriftliche Entwurf verlangt eine feste Form, und genau das macht ihn planbar. Dieser Beitrag ordnet die Teile, zeigt den Aufbau der Verlaufstabelle und nennt, was in der Vorbereitung wirklich Zeit spart.
Die Seminare setzen unterschiedliche Vorgaben, die Bausteine ähneln sich aber: Angaben zur Lerngruppe, Einordnung in die Reihe, Sachanalyse, didaktische Entscheidungen, Lernziele, Verlaufsplanung, Anhang mit Material. Fragen Sie im Zweifel nach der Vorlage Ihres Seminars, bevor Sie das Raster selbst entwerfen.
Beginnen Sie mit der Verlaufsplanung, nicht mit der Sachanalyse. Wer zuerst weiß, was in der Stunde passiert, schreibt die Begründung danach in der Hälfte der Zeit. Umgekehrt entsteht ein Text, der zur Stunde nicht passt und in der Nachbesprechung auffällt.
Planen Sie schon hier, was am Ende an der Tafel steht. Wenn der Verlauf eine sichtbare Struktur vorsieht, legen Sie das Tafelbild gleich mit an: der Tagesplan zeigt die Phasen der Stunde, und Sie können im Entwurf darauf verweisen, statt es zu beschreiben.
Die Angaben zur Lerngruppe halten Sie knapp und konkret: Größe, Zusammensetzung, was die Klasse aus der vorigen Stunde mitbringt, wo Unterstützung nötig ist. Allgemeine Sätze über das Alter helfen niemandem; die Prüferin sitzt gleich vor derselben Klasse und sieht, ob die Beschreibung stimmt. Wie Sie die Struktur der Stunde am Beamer zeigen, ordnet der Beitrag über die Lehrprobe und ihren Ablauf ein.
Ein Lernziel ist brauchbar, wenn Sie nach der Stunde sagen können, ob es erreicht wurde. „Die Klasse setzt sich mit dem Thema auseinander“ lässt sich nicht prüfen; „Die Klasse benennt drei Ursachen und ordnet sie zeitlich ein“ schon.
Formulieren Sie ein Hauptziel und zwei bis drei Teilziele, mehr nicht. Jedes Teilziel gehört zu einer Phase im Verlauf; findet sich keine, ist entweder das Ziel überflüssig oder die Phase fehlt. Diese Gegenprobe deckt die meisten Lücken auf, bevor jemand anders sie findet.
Wenn ein Teilziel auf Zusammenarbeit zielt, sagen Sie im Entwurf, wie die Gruppen entstehen. Ein Satz genügt, etwa dass Sie die Gruppen zufällig einteilen und die Rollen vorgeben; das erspart in der Nachbesprechung die Frage, warum genau diese Kinder zusammensaßen.
Vier Spalten reichen: Zeit, Phase, Geschehen, Material und Sozialform. Die Zeitspalte führen Sie mit Minutenangaben, nicht mit Uhrzeiten — dann stimmt der Plan auch, wenn die Stunde fünf Minuten später beginnt.
Benennen Sie die Sozialform je Phase ausdrücklich und wechseln Sie sie bewusst. Welche Form wozu passt, ordnet der Beitrag über die Sozialformen im Unterricht; die Abfolge der Phasen selbst beschreibt der Beitrag über die Phasen einer Unterrichtsstunde.
Rechnen Sie mit Puffer. Eine Stunde, die auf 45 Minuten genau aufgeht, geht nie auf. Zwei Minuten am Anfang für das Ankommen und drei am Ende für die Sicherung sind realistisch und fallen niemandem negativ auf.
In den Anhang gehört, was in der Stunde benutzt wird: Arbeitsblatt, Erwartungshorizont, Tafelbild. Alles andere bläht den Entwurf auf, ohne ihn besser zu machen.
Das geplante Tafelbild als Abbildung beizulegen, lohnt sich: Die Prüferin sieht sofort, was die Klasse vorn sehen wird. Das gilt für die digitale Fläche ebenso wie für das, was daneben an der Wandtafel entsteht. Wenn Sie mit einem festen Abschluss arbeiten, nehmen Sie die Vorlage für den Stundenabschluss und bilden Sie den Zustand am Ende ab.
Lesen Sie den Verlauf laut und stoppen Sie die Zeit für die Anmoderationen. Was Sie nicht in zwei Sätzen sagen können, ist noch nicht klar genug. Legen Sie danach alles bereit: Material, Zugänge, Tafelbild.
Was am Tag des Besuchs zusätzlich zählt, steht im Beitrag über die Vorbereitung des Unterrichtsbesuchs. Für den technischen Teil genügt ein Lesezeichen auf dem Rechner im Raum; die Werkzeuge für die Stunde laufen im Browser, ohne Installation und ohne Anmeldung.
Zuerst der Verlauf, dann die Begründung. Lernziele, die sich prüfen lassen, eine Tabelle mit Minutenangaben und ein Anhang, der nur das Nötige enthält.
Wer das Tafelbild vor dem Schreiben anlegt, beschreibt im Entwurf nicht mehr, was passieren soll, sondern zeigt es.
Redaktion ClassHelper
Die Redaktion schreibt die Beiträge dieses Blogs. Angaben zu Werkzeugen und Vorlagen stammen aus der Tafel selbst; Aussagen über andere Anbieter tragen ein Prüfdatum.
Referendariat
Wie eine Lehrprobe abläuft, wie Sie die Zeit einteilen, die Struktur sichtbar machen und was Sie am Tag davor noch vorbereiten sollten.
Referendariat
Was vor einem Unterrichtsbesuch zu tun ist: Thema wählen, die Zeit einteilen, Tafelbild vorbereiten, Technik prüfen und den Ablauf durchgehen.
Methoden
Gruppen ohne Streit einteilen, die Zeit sichtbar machen und den Geräuschpegel halten. Mit Rollen, festem Ablauf und einer Auswertung, die trägt.