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Klassenregeln und Lärmampel nebeneinander auf der digitalen Tafel während einer Erarbeitungsphase, Klasse 6b

Klassenführung: was im ersten Jahr trägt

Redaktion ClassHelper Veröffentlicht Aktualisiert 3 Minuten Lesezeit

Klassenführung ist keine Eigenschaft, sondern eine Sammlung von Gewohnheiten. Dieser Beitrag nennt die vier, die im ersten Jahr am meisten tragen, und sagt, womit Sie anfangen.

Präsenz im Raum

Wer vorn stehen bleibt, sieht die Hälfte der Klasse. Gehen Sie herum, auch während eine Aufgabe läuft; allein die Bewegung nimmt Unruhe heraus, bevor sie entsteht. Bleiben Sie dabei zugewandt, statt zu kontrollieren.

Ihre Stimme ist das zweite Werkzeug. Leiser zu werden wirkt fast immer besser als lauter, weil die Klasse hinhören muss statt zurückzurufen. Bei der Lautstärke der Klasse hilft eine Anzeige mehr als eine Ansage: die Lärmampel zeigt den Pegel am Beamer und nimmt Ihnen die Rolle, dauernd zu bewerten.

Blickkontakt ersetzt viele Sätze. Wer bemerkt, dass er bemerkt wurde, korrigiert sich meist selbst — das ist der günstigste aller Eingriffe und im Schulzimmer der einzige, den die übrigen nicht mitbekommen.

Achten Sie darauf, wo Sie stehen, wenn Sie eine Aufgabe erklären. Von der Mitte des Raums aus erreichen Sie auch die hinteren Plätze; vom Pult aus sprechen Sie vor allem zur ersten Reihe. Wer die Sitzordnung kennt und sie am Beamer vor sich hat, plant seine Wege bewusster; dafür genügt der Sitzplan der Klasse.

Abläufe vor Regeln

Der Alltag läuft über Gewohnheiten: wie die Stunde beginnt, wie Material verteilt wird, was gilt, wenn jemand fertig ist. Legen Sie diese Formen früh fest und üben Sie sie, statt sie vorauszusetzen.

Eine sichtbare Tagesübersicht stützt das: der Tagesplan zeigt die Stunden des Tages samt Besonderheiten. In neuen Lerngruppen gehört das in die erste Woche; die Reihenfolge beschreibt der Beitrag über die ersten Wochen als Klassenleitung.

Regeln kommen danach, und es dürfen wenige sein. Das Verfahren dazu steht im Beitrag über das Erstellen von Klassenregeln; für die Fassung an der Tafel gibt es die Vorlage für Klassenregeln.

Ruhig bleiben, wenn etwas dazwischenkommt

Unterricht läuft nie ganz nach Plan. Entscheidend ist, ob eine Unterbrechung zwei Minuten kostet oder zehn. Reagieren Sie knapp, kehren Sie zum Auftrag zurück und verschieben Sie das Gespräch auf die Zeit nach der Stunde.

Vermeiden Sie Verhandlungen vor der Klasse. Wer öffentlich diskutiert, gewinnt selten und verliert immer Zeit. Welche stillen Zwischenstufen es gibt, ordnet der Beitrag über den Umgang mit Unterrichtsstörungen ein.

Sich nicht allein durchbeißen

Im ersten Jahr ist die häufigste Fehlannahme, dass Nachfragen als Schwäche gilt. Suchen Sie sich zwei Personen im Kollegium, mit denen Sie regelmäßig über konkrete Situationen sprechen — nicht über Theorie, sondern über die dritte Stunde am Dienstag.

Hospitieren Sie, wenn es der Stundenplan erlaubt. Zwanzig Minuten bei jemandem, der dieselbe Klasse unterrichtet, zeigen mehr als ein Fortbildungstag. Und übernehmen Sie ruhig Abläufe, die dort funktionieren; das ist keine Nachahmung, sondern Arbeitsteilung.

Notieren Sie sich nach schwierigen Stunden zwei Sätze: was vorgefallen ist und was Sie beim nächsten Mal anders anlegen. Nach einem Halbjahr steht dort ein Muster, das Sie im Moment der Situation nicht sehen konnten.

Womit Sie anfangen

Wenn alles gleichzeitig ansteht, beginnen Sie mit dem Stundenbeginn. Er wiederholt sich am häufigsten, und ein ruhiger Einstieg färbt auf die restlichen vierzig Minuten ab. Ein Auftrag, der schon an der Tafel steht, wenn die Klasse hereinkommt, erledigt die halbe Arbeit; welche Phasen danach folgen, ordnet der Beitrag über die Phasen einer Unterrichtsstunde ein.

Nehmen Sie sich für den Rest Zeit. Vier Gewohnheiten lassen sich nicht in einer Woche aufbauen, aber jede einzelne wirkt schon für sich. Wenn eine Phase regelmäßig unruhig endet, hilft der Beitrag über eine leise Arbeitsphase ohne Ermahnungen mit vier konkreten Stellschrauben weiter.

Kurz gesagt

Präsenz im Raum, verlässliche Abläufe, wenige Regeln, ruhige Reaktion: vier Gewohnheiten, die sich gegenseitig stützen und die niemand von Anfang an beherrscht.

Beginnen Sie mit den Abläufen, und dort mit dem Stundenbeginn. Das kostet in den ersten Wochen Zeit und erspart im Rest des Jahres die meisten Eingriffe.

Redaktion ClassHelper

Die Redaktion schreibt die Beiträge dieses Blogs. Angaben zu Werkzeugen und Vorlagen stammen aus der Tafel selbst; Aussagen über andere Anbieter tragen ein Prüfdatum.

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