Klassenführung
Klassenführung: was im ersten Jahr trägt
Die Grundlagen der Klassenführung: Präsenz im Raum, verlässliche Abläufe, wenige Regeln und ein ruhiger Umgang mit dem, was dazwischenkommt.
Regeln wirken, wenn die Klasse sie kennt und wenn sie zu sehen sind. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie aus vielen Vorschlägen vier bis fünf Sätze machen und diese im Schulzimmer dauerhaft im Blick behalten.
Lange Listen liest niemand. Halten Sie die Zahl klein und schreiben Sie jede Regel als kurzen Satz in der Wir-Form: „Wir hören zu, wenn jemand spricht.“ Formulierungen mit „nicht“ vermeiden Sie, weil sie das unerwünschte Verhalten benennen statt das erwünschte.
Prüfen Sie jeden Satz an einer einfachen Frage: Könnte ein Kind der zweiten Klasse zeigen, wie das aussieht? „Wir sind ordentlich“ besteht diese Prüfung nicht, „Wir räumen unseren Platz vor der Pause auf“ schon. Je beobachtbarer die Regel, desto seltener müssen Sie später darüber diskutieren, ob sie eingehalten wurde.
Für die Fassung an der Tafel genügt das Textwerkzeug mit großer Schrift. Sie tippen die Sätze einmal ein, ziehen sie nebeneinander und speichern das Tafelbild. Wer lieber mit einem fertigen Aufbau startet, öffnet die Vorlage für Klassenregeln und ersetzt die Beispielsätze durch die eigenen.
Sammeln Sie zuerst ohne Bewertung: Was brauchen wir, damit hier gearbeitet werden kann? Die Vorschläge schreiben Sie mit, auch die schiefen. Danach fassen Sie zusammen, was mehrfach genannt wurde, und stellen daraus fünf Sätze zur Abstimmung.
In größeren Lerngruppen läuft das Sammeln besser in Kleingruppen als im Plenum, weil sonst dieselben fünf Kinder sprechen. Drei Gruppen, je drei Vorschläge, dann ein Durchgang an der Tafel: das dauert zwanzig Minuten und bringt deutlich mehr Stimmen ins Ergebnis. Wie Sie die Gruppen schnell zusammenstellen, steht im Beitrag über das Organisieren von Gruppenarbeit.
Dieser Schritt kostet eine Unterrichtsstunde und lohnt sich, weil die Klasse später auf die eigenen Worte angesprochen werden kann. In einer neuen Lerngruppe gehört er in die ersten Wochen der Klassenleitung, nicht in die dritte Woche nach dem ersten größeren Streit.
Eine Regel, die im Ordner liegt, ist keine Regel. Legen Sie das Tafelbild so an, dass die Sätze am Rand stehen bleiben, während daneben der Arbeitsauftrag wechselt. Am Beamer bleibt links eine schmale Spalte frei; das genügt für fünf Zeilen in großer Schrift.
Wenn Sie den Tag ohnehin mit einer Übersicht beginnen, hängen Sie die Regeln an den Tagesplan für die Stunden. Dann sieht die Klasse beim Blick nach vorn beides: was ansteht und woran wir uns halten. An der Wandtafel daneben bleibt Platz für alles, was von Hand entsteht.
In der Grundschule hilft ein Symbol je Regel, weil Kinder es schneller erfassen als den Satz. In der Sekundarstufe genügt der Text; dort ist eher wichtig, dass die Regeln nicht kindlich klingen, sonst nimmt die Klasse sie nicht ernst.
Zeigen Sie auf den Satz, statt ihn zu wiederholen. Das nimmt Tempo aus der Situation und macht aus einer Ermahnung einen Verweis auf etwas Vereinbartes. Häufen sich dieselben Verstöße, ist meist die Regel zu unscharf oder der Ablauf davor zu unklar; beides lässt sich am nächsten Morgen in fünf Minuten nachbessern.
Für die Zwischenstufe zwischen Blick und Ansage eignet sich die Ampel als stilles Signal. Sie wechselt die Farbe, ohne dass Sie den Satz unterbrechen. Was sonst noch vorbeugt, steht im Beitrag über den Umgang mit Unterrichtsstörungen.
Setzen Sie sich einen Termin: nach den Herbstferien schauen Sie mit der Klasse, welche Regel trägt und welche nie gebraucht wurde. Eine Regel, die nie zur Sprache kam, darf weg; dafür kommt auf, was sich inzwischen als Reibungspunkt zeigt. Das hält die Liste kurz und zeigt der Klasse, dass die Vereinbarung ernst gemeint war.
Wenige Regeln, in der Wir-Form, gemeinsam beschlossen und dauerhaft sichtbar: mehr braucht es zum Start nicht. Die Arbeit steckt im Aushandeln, nicht im Aufschreiben.
Halten Sie die Sätze dort, wo die Klasse ohnehin hinschaut. Für regelmäßige Aussprachen über das Zusammenleben legen Sie daneben die Vorlage für den Klassenrat ab.
Redaktion ClassHelper
Die Redaktion schreibt die Beiträge dieses Blogs. Angaben zu Werkzeugen und Vorlagen stammen aus der Tafel selbst; Aussagen über andere Anbieter tragen ein Prüfdatum.
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